Sicherheit ist unser Hauptanliegen

Das Wichtigste ist, dass Menschen frei von Angst leben können. Egal ob Mann oder Frau, jung oder alt, die Menschen in Bayern sollen sich überall im Land sicher fühlen und bewegen können, zu jeder Tages- und Nachtzeit, betont der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder im Interview.

HERZKAMMER

Bayern feiert in diesem Jahr doppelten Geburtstag: 100 Jahre Freistaat, 200 Jahre Verfassungsstaat. Was ist mit Blick auf die Geschichte besonders feierwürdig?

Bayern schaut auf eine ganz besondere Geschichte. Unser Freistaat hat eine Entwicklung geschafft, die nur wenige für möglich gehalten hätten. Mit dem Doppeljubiläum feiern wir vor allem, dass Bayern heute ein moderner demokratischer Rechtsstaat ist, der den Menschen Freiheit und Sicherheit garantiert. Das war nicht immer so und ist auch heute ein hohes Gut, für das wir ständig etwas tun müssen.

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Durch die Reformen von Montgelas wurde das Königreich Bayern zu einem modernen Staat. Was muss ein moderner Staat heute leisten?

Das Wichtigste ist, dass Menschen frei von Angst leben können. Egal ob Mann oder Frau, jung oder alt, die Menschen in Bayern sollen sich überall im Land sicher fühlen und bewegen können, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Unser Staat muss außerdem konsequent daran arbeiten, die Voraussetzungen für wirtschaftlichen Wohlstand zu erhalten. Dazu gehören solide Finanzen, gerechte Steuern, eine intakte Umwelt, eine leistungsfähige Infrastruktur und natürlich auch attraktive Rahmenbedingungen für unsere Betriebe. Für die guten Lebensbedingungen von morgen müssen wir heute das Fundament legen.

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Sie möchten mit Ihrer Politik Tradition und Moderne verbinden. Wie gelingt dieser Spagat?

Bayern ist sich bei allem Wandel treu geblieben. Wir sind ein Top-Standort für Unternehmen aus aller Welt, viele bayerische Betriebe sind Weltmarktführer. Und doch ist Bayern in erster Linie Heimat. Der Ort, mit dem sich die Menschen identifizieren und wo ihnen das Herz aufgeht. Das ist mein Ziel: Diese einzigartige bayerische Kombination aus Tradition und Moderne, aus kultureller Eigenständigkeit und Weltoffenheit erhalten. Deshalb fördern wir Spitzenforschung genauso wie den Erhalt von Brauchtum und Dialekt. Unser Erfolgsmotto Laptop und Lederhose ist auch heute goldrichtig. Deshalb setze ich genauso auf die Digitalisierung als Schlüsselentwicklung für den Wohlstand von morgen wie auch auf die Stärkung der Generationen mit dem Familiengeld und dem Pflegegeld.

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Die bayerischen Bürger pochten schon früh auf ihre Selbstbestimmungsrechte. Sind die Bayern also in Wirklichkeit ein Volk von Revoluzzern?

Die Bayern waren schon immer selbstbewusst. Sie geben sich nicht mit dem einfach Erreichbaren zufrieden, sondern wollen das Beste – für sich und vor allem für die nächste Generation. Das erklärt auch, warum die Menschen in unserem Land zugleich traditionsbewusst sind und mutig darin, bei neuen Trends und Technologien vorne dabei zu sein. Wir Bayern lassen uns nicht von jedem etwas sagen, sondern sind stolz auf unsere Eigenständigkeit. Europa ist für uns ganz wichtig, weil wir in einem stabilen europäischen Rahmen sicher leben und wirtschaftlich erfolgreich sein können. Aber fremdbestimmen lassen wollen wir uns nicht. Das gilt auch in der Wirtschaft. Wir wollen selbst erfolgreich sein auf den globalen Märkten. Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir die digitale Revolution mitgestalten, Chancen nutzen und neuen Wohlstand schaffen.

HERZKAMMER

Wie wollen Sie die bayerische Erfolgsgeschichte fortschreiben?

Der internationale Wettbewerb ist heute so turbulent wie noch nie. Deshalb müssen wir alle unsere Stärken nutzen und mobilisieren. Alle Weichen Richtung Zukunft stellen. Wichtig ist dabei aber auch, an die verschiedenen Generationen und die verschiedenen Herausforderungen für den einzelnen Menschen zu denken. Deshalb habe ich in meiner Regierungserklärung für ganz verschiedene Bereiche Initiativen angekündigt, von der Digitalisierung über die Forschung bis hin zum Pflegegeld und zum Familiengeld. Wir wollen ganz vorne dabei sein und die Chancen der digitalen Welt nutzen. Davon sollen aber auch alle Menschen profitieren, auf dem Land genauso wie in der Stadt. Das ist mir sehr wichtig.

HERZKAMMER

Was verbinden Sie persönlich mit Bayern?

Ich sage immer: Bayern ist mehr als ein Land, es ist ein Lebensgefühl. Das empfinden ganz viele Menschen so. Für mich als Ministerpräsident ist Bayern sogar noch mehr: Es ist ein Auftrag, das Beste zu geben, um das Beste für die Menschen in Bayern und für meine Heimat Bayern zu erreichen.
 
Quelle: Herzkammer

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