Tragische Verbindung zwischen zwei Völkermorden

Am 15. November 2017 verstarb eine der großartigsten und inspirierendsten Persönlichkeiten Europas im Alter von 82 Jahren. Professor Giuseppe Laras war bis zu seinem Tod Oberrabiner von Mailand und vormals von Ancona und Livorno. Darüber hinaus gilt er als wichtigste jüdische Persönlichkeit im Italien nach dem Zweiten Weltkrieg. Was können wir von ihm lernen, fragt unser Autor J. T. Baranyan.

“Der Frieden ist kein abstraktes Konzept, er ist kein statisches Konzept und auch kein negatives Konzept, das einfach die Abwesenheit des Krieges erklärt. Er ist ein konkretes, praktisches, positives und dynamisches Konzept.”

“Die Welt wird von drei Dingen aufrechterhalten, von der Gerechtigkeit, der Wahrheit und dem Frieden. All dies sind Konzepte, deren Realisierung praktische und dynamische Anstrengung erfordert.”

Am 15. November 2017 verstarb eine der großartigsten und inspirierendsten Persönlichkeiten Europas im Alter von 82 Jahren. Professor Giuseppe Laras war bis zu seinem Tod Oberrabiner von Mailand und vormals von Ancona und Livorno. Darüber hinaus gilt er als wichtigste jüdische Persönlichkeit im Italien nach dem Zweiten Weltkrieg. Sein Engagement brachte ihm dort den Beinamen „Champion der jüdisch-christlichen Aussöhnung“ ein.

Obschon sie in Deutschland kaum bekannt sind, werden seine Worte jeden für immer begleiten, der auch nur ein einziges Mal mit ihnen in Berührung gekommen ist.

Gerade in diesem Jahr, wo wir am 24. April zum 103. Mal den symbolischen Gedenktag zum Völkermord an den Armeniern und anderen Minderheiten durch die osmanischen Türken begangen haben, sollten wir uns seine Worte in besonderem Maße ins Gedächtnis rufen.

Sieben Monate vor seinem Tod verfasste er anlässlich einer Ausstellung in der Holocaustgedenkstätte „Memoriale della Shoah“ von Mailand den bemerkenswerten Text „Il filo tragico che lega il genocidio armeno e la Shoah è l’Islampolitik“.

Bereits der Titel lässt aufhorchen. Ins Deutsche übersetzt lautet er: „Die tragische Verbindung zwischen dem Völkermord an den Armeniern und der Shoah ist die „Islampolitik“.

Laras verzichtet schon im Titel bewusst und mit voller Absicht auf eine Übersetzung des letzten Wortes. So bleibt eine Übersetzung ins Italienische aus und er schreibt nicht „politica islamica“, sondern verwendet das, südlich der Alpen ansonsten eigentlich vollkommen ungebräuchliche, Lehnwort aus dem Deutschen.

Er tut dies um klarzumachen, dass es sich ganz speziell und konkret um die deutsche Islampolitik handelt, die Juden und Armenier auf tragische Weise miteinander verbindet.

Juden und Armenier charakterisiert Laras als zwei ursprüngliche und hartnäckige Völker, zwei absolute Minderheiten, konstituierend für den Osten und den Westen.

Juden und Überjuden

JUDEN UND ÜBERJUDEN – Dieser wahnhafte, antisemitische, und wie wir im Folgenden sehen werden auch antiarmenische Titel, war von den neunziger Jahren des 19.Jahrhunderts bis zum Nationalsozialismus Normalität deutscher Politik, Kultur und Medien. Dies ist genug, um die Bedeutung und die Kostbarkeit der großen Ausstellung über den Völkermord an den Armeniern, Metz Yeghern, zu verstehen, die am 27. April 2017 im Holocaust-Mahnmal in Mailand eingeweiht wurde.

Die Islampolitik, die Kaiser Wilhelm II. ökonomisch, strategisch und kulturell verfolgte, brachte eine Gleichschaltung der Presse mit sich, die in antiarmenischen und protürkischen Stereoptypen zum Ausdruck kam. Dabei wurden schlichtweg bekannte, antisemitische Botschaften auf das uralte christliche Volk übertragen. Eine der ganz wenigen Ausnahmen bildete damals die Frankfurter Zeitung, die von den beiden deutschen Juden L. Sonneman und H.B. Rosenthal gegründet worden war. Sie fiel dadurch auf, dass sie, entgegen der totalitären Staatsdoktrin und des ebenso gearteten Zeitgeists, Partei für die Armenier ergriff.

Im Jahr 1913, vier Jahre nach den Massakern an den Armeniern von Adana (1909), denen 20.000 bis 30.000 Menschen zum Opfer fielen, ließ der deutsche Botschafter Wangenheim verlauten, die ethnische Säuberung der Stadt durch den türkischen Verbündeten sei „die natürliche Reaktion auf das parasitäre System der armenischen Wirtschaft. Es ist bekannt, dass die Armenier die Juden des Nahen Ostens sind“.

Er fuhr fort: „Die wirtschaftlichen Aktivitäten, die anderswo von den Juden ausgeführt werden, oder die Enteignung der Armen, werden hier ausschließlich von den Armeniern durchgeführt und begangen. Selbst die hier lebenden sephardischen Juden können mit ihnen nicht konkurrieren.“
Um die Gräueltaten des Bündnispartners zu glorifizieren, griff man auf das alte Feindbild der Juden zurück und stellte die Armenier als ihre Steigerung dar. Man stilisierte sie zu „Überjuden“.

Die deutsche Islampolitik war bereits Komplize der mörderischen Maßnahmen des „Roten Sultans“, des berüchtigten Sultan-Kalifen Abdülhamid II. (1894-1896), die einige Jahre später unter deutschem Schweigen, Mitwisser- und Mittäterschaft im Völkermord an den Armeniern fortgeführt wurde. Schließlich gab es eine finstere Neuauflage dieser Allianz durch die Verschmelzung zwischen Mussolini, Hitler und verschiedenen dschihadistischen Bewegungen, die sich seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts aus dem, mit nationalsozialistisch-faschistischen Elementen verschmolzenen, politischen Islam heraus entwickelten, und bis in unsere Tage eine geradezu pandemische Ausbreitung erreicht haben.

Lewis Einstein, ein jüdischer US-Diplomat an der Botschaft in Istanbul, schrieb im Jahr 1917 in einem Augenzeugenbericht:

„In diesem Krieg des Schreckens, muss die Vernichtung der Armenier der ultimative Horror bleiben. Nichts ist so scheußlich wie die geplante Vernichtung eines Volkes. Und auch die deutschen Bürokraten können sich ihrer furchtbaren, zustimmenden Rolle bei diesem Verbrechen nicht entziehen."

Ein weiterer Zeitzeugenbericht ist einer der Gebrüder Aaronsohn, stolze Zionisten, die zur damaligen Zeit auf dem Gebiet Israels lebten. Aaron Aaronsohn war ein angesehener Agronom und Gründer des Spionagenetzwerks NILI, das im Dienste der Entente tätig war.

1916 schrieb er in seinem Memorandum: „Hunderte von Leichen von Männern, Frauen und Kindern, lagen auf beiden Seiten der Gleise, und Hunde ernährten sich von ihren Kadavern."

Und weiter: „Die Armenier, einer der fleißigsten und bescheidensten Komponenten im türkischen Reich, wenn nicht sogar die allerfleißigste und bescheidenste – und wohlgemerkt, es ist ein Jude der dieses Patent vergibt – ist jetzt eine Nation von hungrigen und zertrampelten Bettlern. Die Integrität des Familienlebens dieses Volkes ist zerstört worden. Seine Männer wurden getötet, während seine Kinder, Jungen und Mädchen, in den Privathäusern der Türken als Sklaven gehalten werden, um Laster und Sünden zu befriedigen. Das ist aus den anatolischen Armeniern geworden."
Abschließend merkt Aaronsohn an: „Die Massaker an den Armeniern sind das Ergebnis einer sorgfältig geplanten Aktion durch die Türken, und die Deutschen werden sicherlich für immer mit ihnen die Schande dieser Taten teilen müssen.“

Was Laras bezüglich der zustimmenden Rolle Deutschlands anführt, könnte kaum aktueller sein.
Die letzten beiden ehemaligen Außenminister, gleichzeitig langjährige SPD-Parteikollegen, hat man ungeachtet des völkerrechtswidrigen Vorgehens der Türkei gegen die kurdische Minderheit im eigenen Land, ihrer offenen Unterstützung radikal-dschihadistischer Milizen und ihres völkerrechtswidrigen Einmarschs in Syrien wiederholt sagen hören, hier würde das „Recht auf Selbstverteidigung“ ausgeübt – eine, fast schön höhnisch anmutende, moderne Version der antisemitischen Auswüchse von Botschafter Wangenheim anno 1913!

Juden und Armenier: Zwei absolute Minderheiten

Juden und Armenier, zwei ursprüngliche und zähe, aber zahlenmäßig kleine Völker; zwei absolute Minderheiten, die in der Geschichte und Kultur sowohl des Ostens als auch des Westens konstituierende und entscheidende Rollen spielten, und sich über beide Welten erstrecken.

Eine Mischung, die ausreicht, um auf die meisten Menschen unverständlich und sogar fremd zu wirken, und um sie mit alten, sich immer wiederholenden und in Gewalt ausufernden Anschuldigung des “doppelten Spiels” bzw. des Verrats in Verruf zu bringen. Es ist dieses Schicksal, was sich diese beiden Völker so ähnlich sein lässt.

Im Laufe der Jahrhunderte haben Armenier und Juden aus unterschiedlichen Perspektiven eine Reihe ähnlicher Erfahrungen machen müssen; den Verlust nationaler Souveränität, Versklavung durch andere Mächte und Kulturen, das Dasein als Dhimmis in muslimisch geprägten Staaten, die Diaspora, Denunziation, Massaker, Eisenbahndeportationen, Todesmärsche und völkermörderische Vernichtung, die kulturelle und politische Wiedergeburt in einer Nation der Überlebenden, zwei verschiedene Arten politisch motivierter Leugnung von Völkermorden.

Jedoch ist beiden Völkern eine moderne Wiedergeburt gemein, die von einem sprachlichen und literarischen Wiederaufblühen des Armenischen und Hebräischen vorgegriffen, angespornt und begleitet wurde und weiter begleitet wird.

In den Gräuel von Metz Yeghern retteten die Juden zunächst Armenier; während der Shoah retteten Armenier dann Juden. Es ist daher kein Zufall, dass der Erfinder des Lemma “Genozid”, der große jüdische Denker und Jurist, der Pole Raphael Lemkin, sich lange und intensiv mit der Tragödie der Armenier beschäftigt hat. Besonders Henry Morgenthau, Jude und US-amerikanischer Botschafter bei der Hohen Pforte, war der engagierteste Vorkämpfer der ersten humanitären Operation des zwanzigsten Jahrhunderts, dem „Near East Relief“. Mit großen Anstrengungen wurden vor rund 100 Jahren mit einer Art Fundraising-Kampagne bis 1922 rund 226 Millionen US-Dollar gesammelt, mit denen das Leben vieler Armenier, besonders Kinder gerettet werden konnte.

Die Kinder, die zwischen 1915 und 1930 gerettet wurden, waren ungefähr 132.000 an der Zahl, davon etwa sechzigtausend Armenier.

Die „unverdauliche Frucht des „Armenierjudentums der USA“

Die deutsche Leidenschaft für Völkermorde führte im 20. Jahrhundert zu drei Genoziden: der afrikanische in Namibia an den Herero und der Nama (1904-1907); Metz Yeghern (Westarmenisch für „Das große Verbrechen“, 1915-1922) und die Shoah (1939-1945).

In den letzten beiden Fällen spielten islamische Verbündete der Deutschen leider wichtige Rollen und waren aktiv beteiligt. Im Rahmen der deutsch-osmanischen bzw. deutsch-türkischen Waffenbruderschaft im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden die Hamidischen Massaker und später der Völkermord an den Armeniern unterstützt und gerechtfertigt.

Trotz aller Instabilität, Widersprüchlichkeit und grausamen Unterwerfung wurden diese Menschheitsverbrechen von einer unumstößlichen Allianz aus Panislamismus des Sultans Abdülhamid II., dem späteren Nationalismus der Jungtürken und der deutschen Obrigkeit sowie ihren Institutionen vor Ort, wie z.B. der „Deutschen Militärmissionen im Osmanischen Reich“, begangen.

Es ist kein Zufall, dass der jüdische Schriftsteller Franz Werfel, ein Freund Kafkas, sein erfolgreichstes Buch im Jahr 1933 schrieb. „Die Vierzig Tage des Musa Dagh“ ist eine zeitlose Ehrerweisung an den Völkermord, der an den Armeniern begangen wurde, und an ihre verlassenen Waisen im Nahen Osten. Das Buch von Werfel wurde im Jahr 1934 in Deutschland verboten. Um die Rolle die, auf das Grausamste inspirierende, Vorreiterrolle des Völkermords an den Armeniern für die Nazis zu verstehen, muss beachtet werden, dass Werfels Buch dem Schwarzen Korps der SS als „unverdauliche Frucht des Armenierjudentums der USA“ galt!

Das wilhelminische Deutschland war das kulturell lebendigste Land im Westen, so dass Völkermorde bei drei Gelegenheiten paradoxerweise von Modernität und kultivierter Zivilisation begleitet wurde. Die deutsche Kultur war eine philosophisch und musikalisch. In den deutschen Fakultäten nährten sich Philosophie und Theologie seit Jahrhunderten gegenseitig. Eine tödliche und mörderische Metastasierung ist daher in jenem philosophischen, politischen und theologischen Gedankengut latent, das von Luther über die Idealisten zu Friedrich Naumann, über die Väter der Weimarer Republik und zu Adolf von Harnack, Carl Schmitt und Martin Heidegger vertreten wurde.

So kam es dazu, dass mit deutschem Wohlwollen und Unterstützung, türkische und kurdische Peiniger, wiederholt und nicht zum letzten Mal, im Rahmen ihres Dschihad 1,5 Millionen Armenier sowie hunderttausende von assyrischen Christen, Pontos-Griechen und Angehörige anderer nicht-muslimischer Minderheiten verfolgten und töteten. Die Leiden der armenischen Frauen und Kinder waren schrecklich. Über sie ergingen Sklaverei, Menschenhandel, Zwangsislamisierung, Folter und sogar Kreuzigungen.

Es muss verstanden werden, dass der Völkermord an den Armeniern und die Shoah, auf beunruhigende Art und Weise und in mehrfacher Hinsicht, tragische Verbindungen aufweisen.
Weder die Metz Yeghern noch die Shoah eignen sich in irgendeiner Weise dazu, hermeneutische Verallgemeinerungen zu betreiben, aber sie erfordern ernsthafte Wachsamkeit. Jede unangemessene Verallgemeinerung verfälscht Geschichte und Denken. Damit das Verständnis um ihre Einzigartigkeit nicht zu verlieren, ist es notwendig, sie zusammenhängend zu betrachten, so wie es hier geschehen ist.

Es gibt einige schreckliche Lehren aus der Geschichte der Armenier und Juden über die Menschlichkeit des Menschen. Dieser ist nämlich stets frei in seiner Entscheidungmöglichkeit, dämonisch zu handeln und andere in diesem Sinne zu erziehen.

Eine positive Gemeinsamkeit gibt es darüber hinaus ebenso und dennoch. Sie ist enorm in der Stärke ihres Zeugnisses, wurde aber niemals ausreichend gewürdigt und in die Erinnerung gerufen, ja manchmal sogar verdunkelt: Sowohl das armenische Volk als auch das Volk Israel haben ihren bewährten, obgleich verwundeten und erschütterten, Glauben an den Herr Gott nie verloren.

Deutsche „Islampolitik“ von einst, ist deutsche „Islampolitik“ der Gegenwart

Leider sind Laras‘ Worte weiterhin hochaktuell und weit mehr als eine bloße Schlussfolgerung, die sich aus historischen Zusammenhängen ergibt. Es scheint als erlebten diese Zusammenhänge aktuell eine Art beschämender Renaissance.

Mirza Ismail gab der freien Journalistin und Nahostexpertin Rachel Avraham im Mai 2017 ein bemerkenswertes Exklusivinterview.

Der Gründer und Präsident der yezidischen Menschenrechtsorganisation „Yezidi Human Rights Organization-International“ äußerte damals folgende mahnende Worte gegenüber der Autorin von "Women and Jihad: Debating Palestinian Female Suicide Bombings in the American, Israeli and Arab Media“ :

“Was ist mit den Juden, Yeziden, Christen und den anderen Minderheiten passiert?

Sie lebten bereits tausende von Jahren vor dem Aufstieg des Islam im Irak, aber nun befinden sie sich am Rande einer totalen Vernichtung. Wir sind Menschen.

Es gibt keinen Unterschied zwischen irgendwelchen Arten von Menschen.

Die UNO sagt, jeder sollte gleiche Rechte und Freiheiten haben. Wo sind unsere gleichen Rechte und Freiheiten?

Schon im Jahr 2008 suchte unsere yezidische Menschenrechtsorganisation, zusammen mit den assyrischen Christen, nach Unterstützung für eine autonome Region für die Christen und Yeziden in Sindschar.

Würde der Westen Druck auf Saudi-Arabien und andere muslimische Staaten ausüben, könnte das Problem gelöst werden.

Einst schwieg die Welt, als sechs Millionen Juden massakriert wurden. Dasselbe passiert jetzt wieder. Die Yeziden schreien nach internationaler Hilfe. Niemand im Westen gibt ihnen Waffen, um sich gegen die islamischen Terroristen zu wehren. Während sie behaupten, ihr Bestes zu tun, unterstützen sie muslimische Extremisten gegen uns.“

Angesichts der Worte Ismails sollten wir an das Zitat denken, das diesen Text einleitet, denn das Schicksal der Yeziden ähnelt auf tragische Weise der Beschreibung der Gräuel an den Armeniern im Ersten Weltkrieg, wie sie Aaronsohn dokumentierte.

Und auch beim völkerrechtswidrigen Einmarsch der Türkei in die kurdische Enklave Afrin in Nordsyrien wurden wieder Yeziden, Armenier und Assyrer vertrieben, die dort Schutz gefunden hatten. Kurdische Quellen berichten darüber hinaus dieser Tage von gezielten Übergriffen und Zwangsislamisierung durch türkische Truppen und ihre verbündeten, dschihadistischen Milizen.
Und was macht der SPD-Außenminister a.D., Sigmar Gabriel?

Er fordert im Rahmen eines Gastbeitrags im Tagesspiegel die Bundesregierung dazu auf, der Türkei „weiter Angebote zu machen“ und sie „weiterhin geopolitisch „einzubinden“, damit sie sich nicht in Richtung Russland orientiert!

Diese Forderung erinnert an die Beschreibung der bündnispolitischen deutschen Linie im Ersten Weltkrieg durch Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg:

„Unser einziges Ziel ist, die Türkei bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig, ob darüber die Armenier zugrunde gehen oder nicht. Bei länger andauerndem Krieg werden wir die Türken noch sehr brauchen“.

Übersetzt heißt Gabriels Appel nämlich nichts anderes, als dem nationalislamistischen AKP-Regime jeden Völkerrechtsbruch allein aufgrund der bloßen, formellen NATO-Mitgliedschaft der Türkei durchgehen zu lassen.

Wenige Wochen später schlug die Bundesregierung angesichts der Unruhen im Gazastreifen einen scharfen Ton gegenüber der israelischen Regierung an, während die Aktionen der radikal-islamistischen Hamas und ihrer regionalen Unterstützer weitgehend vollkommen kritiklos hingenommen werden.

Und auch was die Zukunft Syriens anbelangt, ist man in Berlin voll und ganz auf der Linie der saudischen Wahhabiten, deren Interessen sich hier in vielerlei Hinsicht mit denen des AKP-Regimes decken.

„Die tragische Verbindung zwischen dem Völkermord an den Armeniern und der Shoah ist die „Islampolitik“, genauer die deutsche Islampolitik.

Diese Erkenntnis haben wir Prof. Giuseppe Laras zu verdanken.

Wir sollten sie uns dieser Tage eindringlich ins Gedächtnis rufen.

Nicht allein aufgrund des Gedenkens am 24. April, sondern auch weil sich ganz aktuell, so deutlich wie lange nicht mehr, der Verdacht aufdrängt, dass diese „tragische Verbindung“, obschon gänzlich anders vermarktet als noch vor 100 und vor 80 Jahren, weiterhin auch in der Gegenwart besteht, und immer noch schützend die Hand über grausamste Menschenrechtsverletzungen hält!

Quelle: fisch und fleisch

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