Dieser Kulturrelativismus ist purer Sexismus

Sie missbrauchen die Kraft Ihres Amtes, indem Sie das Kopftuch als ein Symbol der Freiheit darstellen, obwohl es für Geschlechter-Apartheid, Unterdrückung, Zwang und die Trennung zwischen einer sittlichen ehrbaren Frau und einer Hure steht!

„Wir müssen reden“

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Van der Bellen,

wir, die Menschenrechtsaktivistinnen die aus rein islamischen Kulturkreisen kommen und aus diesen fliehen mussten, weil unser Leben bedroht war – wir den religiösen Zwang,
die Unterdrückung und die Gewalt als Frauen nicht mehr ertragen konnten – sind entrüstet über Ihre in unseren Augen naiven Aussagen bezüglich des Kopftuchs und des
politischen Islams.

Unsere Arbeit sowie unsere persönlichen Geschichten dürften Ihnen als Politiker bekannt sein.

Wir sind aus Saudi-Arabien, Iran, Irak, Pakistan, Afghanistan, Algerien, Mazedonien und selbst aus muslimischen Familien in Europa geflohen.

Viele von uns mussten unter dem gesetzlich verordneten Kopftuchzwang leben, andere unter dem Druck, dass das Kopftuch das Symbol für eine ehrbare und sittliche Frau ist.
Daraus haben wir uns unter lebensbedrohlichen Umständen heraus gekämpft.

Wir wissen leider zu gut, was es heißt, in diesen Kulturkreisen als Frauen hineingeboren zu werden und unter diesen frauenfeindlichen Umständen aufzuwachsen.

Daher haben wir es zu unserer Lebensaufgabe gemacht, den Millionen Frauen auf der ganzen Welt, die in diesen Kreisen gefangen sind und darunter leiden, eine Stimme
zu geben und auf ihr Leid aufmerksam zu machen.

Sie missbrauchen die Kraft Ihres Amtes, indem Sie das Kopftuch als ein Symbol der Freiheit darstellen, obwohl es für Geschlechter-Apartheid, Unterdrückung, Zwang und
die Trennung zwischen einer sittlichen ehrbaren Frau und einer Hure steht!

Sie gehen sogar so weit uns westlichen freien Frauen darum zu bitten, uns aus Solidarität gegen die sogenannte Islamophobie und den vermeintlichen Rassismus zu entweiblichen?

Dieser Kulturrelativismus, dieser pure Sexismus, den Ihre Aussagen bedeuten, ist für uns unerträglich.

In dem Video gibt es genau zwei – mehr als naive – Aussagen von Ihnen:

1. „Wenn es so weitergeht (…) bei der tatsächlich um sich greifenden Islamophobie, wird noch der Tag kommen, an dem wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen
– alle – aus Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun.“

2. “Es ist das Recht der Frau – tragen Männer auch Kopftücher? Es ist das Recht der Frau wie auch immer sie möchte…”

Herr Bundespräsident, gehen Sie in sich. Denken Sie über Ihre Aussagen nochmals nach.

Wir sehen die dringende Notwendigkeit einer Zusammenkunft mit Ihnen, in dem wir Ihnen genau berichten können, was es bedeutet als Frau in diesen Kulturkreisen zu leben.

Wir geben Millionen von Frauen eine Stimme, die keine Stimme in der Öffentlichkeit haben, sowie wie wir die Errungenschaften der Frauenbewegung und den Urfeminismus schützen, der unverzichtbar für die heutige Demokratie, unsere westlichen Werte und Gesetze ist.

Sie nehmen sich die Zeit um die Stimmen der Menschen, die unter der angeblichen „Islamophobie“ leiden, zu hören.

Nun fordern WIR, die Stimmen von Millionen von Frauen und auch Männern, die unter dem politischen patriarchalischen Islam gelitten haben und bis heute tagtäglich leiden, Ihre Aufmerksamkeit ein.

Dies sind Sie nach Ihren öffentlichen Aussagen Millionen Menschen schuldig.

Wir denken, dass es auch in Ihrem Interesse liegt, auf Leid, Zwang und Unterdrückung aufmerksam zu machen und alle beteiligten Seiten anzuhören, sowie es in Ihrem Interesse liegt, den rechten Hetzern das Feld nicht zu überlassen.

Daher sind wir in guter Hoffnung, dass ein Treffen zwischen Ihnen und uns schnellstmöglich durchführbar ist.

Unterschreiber
Mina Ahadi (Iran)
Zana Ramadani (Mazedonien)
Kenza Boukhelida-Andresen (Algerian)
Nazanin Brumand (Iran)
Worood Zuhair (Iraq)
Rasha Ahamad (Yeman)
Naila Chikhi (Algerien)

Zana Ramadani, 33, Menschenrechtsaktivistin, EX-FEMEN-Gründerin, jetzt CDU-Mitglied – nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht Dinge an, die andere sich nicht zu sagen trauen.

Ramadani prangert öffentlich das vorgestrige Geschlechtsbild im Islam an und erhält dafür viel Zuspruch aber auch immer wieder Morddrohungen. Für die Menschenrechtsaktivistin gehört ein Islam, der den Koran wort-wörtlich nimmt, Regeln aus dem Mittelalter einfordert, Frauen missachtet, Kinderehen stiftet, junge Männer radikalisiert und die westliche Kultur und Moderne sowie die hier existierenden Gesetze ablehnt, nicht zu Deutschland. Sie sagt auch: „Deutsche Gender-Feministinnen meinen vielleicht, das Kopftuch als Symbol sei ein Schleier der Freiheit. Doch das Kopftuch ist das Leichentuch der freien Gesellschaft. Es ist ein »Fuck you!« gegenüber jeder freien unverschleierten Frau und gegenüber jedem Mann. Der Hijab ist eine verschleierte Lüge. Als Siebenjährige kam Zana Ramadani mit ihrer Familie nach Deutschland und wuchs im Siegerland auf. Obwohl ihre aus Mazedonien stammende Familie als liberal-muslimisch galt, erlebte sie Gewalt und Unterdrückung und immer ging diese von ihrer konservativen Mutter aus. Diese lehrte die kleine Zana schon früh, dass eine islamische Frau ohne einen Mann und ohne ein Kopftuch nichts wert ist, dass eine Tochter zu gehorchen hat und devot sein muss, während ein Sohn alles darf.

“Die muslimischen Frauen herrschen in der Familie. Ihre Töchter erziehen sie zu willenlosen Lemmingen, ihre Söhne zu verwöhnten Machos. Und weil diese Hätschel-Machos damit im Leben scheitern, zu den nächsten Radikalen. Zu den nächsten Terroristen.”

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