Für ein Weihnachtslied ins KZ

Kommunistische Konzentrationslager – damit führt Nordkorea die Liste des Schreckens für Christen weltweit an. Doch die größte Gefahr kommt in diesen Tagen aus einem Buch, in dem steht, dass die Verbreitung der Weihnachtsgeschichte eine Sünde sei, die mit dem Tod bestraft werden muss. Überall, wo dieses Buch die Menschen leitet, müssen Christen an Weihnachten um Leib und Leben fürchten.

So sieht es vielerorts aus: Die Überwachung ist lückenlos, der politische Druck immens – obwohl es doch um Religion geht. Polizisten können jederzeit kommen, um sie abzuholen – die Familien wissen dann wochenlang nichts über ihren Verbleib. Nachbarn können sich zusammenrotten und das Haus anzünden. Ja, die eigenen Kinder können indoktriniert werden bis hin zum Elternmord. Oder es sind die Eltern, die beispielsweise ihre Tochter auf Druck aus der Moschee eigenhändig ermorden, weil sie sich christlich taufen ließ. Derlei Beispiele für schreckliche Verfolgung sind Realität für mehr als 200 Millionen Christen in über 80 Ländern weltweit an Weihnachten 2017. Wegen der hohen Dunkelziffer ist sicher auch die Annahme zu rechtfertigen, dass für rund eine halbe Milliarde Christen das Weihnachtsfest mit der konkreten Angst um ihre Liebsten und um das eigene Leben verbunden ist.

Die Menschenrechtsorganisation Open Doors erstellt regelmäßig einen Weltverfolgungsindex für Christen. Aktuell sind demnach neun von zehn Staaten mit der schlimmsten Christenverfolgung weltweit streng muslimisch. Der unrühmliche, kommunistische, streng atheistischen Spitzenreiter ist Nordkorea, wo hunderte von Christen in Konzentrationslagern Martyrien erleiden. Ein Weihnachtslied, in Nordkorea angestimmt, reicht für die Verhaftung und die Verschleppung in ein Konzentrationslager. Auf den Plätzen 2 bis 10 des Weltverfolgungsindex folgen die strikt muslimischen Länder Somalia, Afghanistan, Pakistan, Sudan, Syrien, Irak, Iran, Jemen sowie Eritrea. Hier findet erbarmungslose Christenverfolgung von Staats wegen statt, und Länder wie Saudi-Arabien, die Türkei, die Malediven, Dschibuti, Katar, Abu-Dhabi, Kenia sowie alle Staaten des westlichen Afrika bis hinunter nach Nigeria dürfen getrost in diese traurige Liste aufgenommen werden. Doch das ist nur die Spitze eines blutigen Eisbergs, denn auch muslimische Länder, in denen von Staats wegen relative Sicherheit herrscht, sind massiv betroffen.

An zentraler Stelle der schweren Belastung für Christen weltweit steht damit der Islam. In allen mehrheitlich oder ganz von dieser Religion geprägten Ländern sind Christen zu Weihnachten besonders gefährdet. Das liegt an der Diktion des Koran, der nicht nur ein religiöses Gesetz darstellt, sondern die gesamte Gesellschaft mit einem starren Verhaltens- und Ritualkodex überzieht. Per definitionem ist nach dem Koran das Feiern des Weihnachtsfestes eine Lästerung Allahs. Exemplarisch wird dies in Sure 19 „Maria“ deutlich. Dort heißt es in Vers 88 – 92: 88 „Und sie sagen: Der Allerbarmer hat Sich einen Sohn genommen. 89 "Wahrhaftig, ihr habt da etwas Ungeheuerliches begangen! 90 Beinahe werden die Himmel zerreißen und die Erde auseinanderbersten und beinahe werden die Berge in Trümmern zusammenstürzen, 91 weil sie dem Allerbarmer einen Sohn zugeschrieben haben. 92 Und es geziemt dem Allerbarmer nicht, sich einen Sohn zu nehmen.“ Eher theologisch ist die knappe Argumentation in Sure 10, Vers 68: „Sie, die Götzenanbeter, sagen: Gott hat sich ein Kind zugelegt`. (…) Ihr habt dazu keine Berechtigung. Wollt ihr gegen Allah etwas aussagen, wovon ihr kein Wissen habt?“ Als einziges der Bücher, die für viele Menschen als „heilig“ gelten, bedroht der Koran im übrigen Angehörige anderer Religionen mit dem Tod, und zwar ausschließlich deswegen, weil sie andersgläubig sind. Dies betrifft alle, die keine Moslems sind und in manchen Fällen sogar Angehörige muslimischer Richtungen, die nicht streng sunnitisch ausgerichtet sind. Dies ist eine grundlegende Information zur Beurteilung dieser Religion.

27 Christenleichen zum Geburtstag

Genau so schlimm wie die totalitäre Ausübung der Regeln des Koran von Staats wegen kann die unmittelbar drohende Gefahr schwerer Anschläge sein. Exemplarisch sei an dieser Stelle Ägypten genannt. Zu Beginn der koptischen Adventszeit des Jahres 2016, am 11. Dezember, fand ein Gottesdienst in der koptischen Kirche St. Peter und Paul in Kairo ein jähes Ende, als eine Bombe 27 Christen in den Tod riss, zumeist Frauen und Kinder. Dutzende weitere Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Das Attentat geschah am Geburtstag des islamischen Propheten Mohammed – der bekam sozusagen 27 Christenleichen zum Geburtstag. Bei der Trauerfeier am folgenden Tag sagte ein Teilnehmer diese bemerkenswerten Worte: „Heute Nacht haben wir in unserer Kirche für die gebetet, die die Bombe in der Kirche versteckt haben. Wir Christen in Ägypten beten für unsere Verfolger, damit sie Jesus kennenlernen. Wir kennen unsere Verantwortung, das Licht Christi inmitten der Finsternis scheinen zu lassen.“

Das Gebet der Kopten für ihre Todfeinde half nichts. Dem Anschlag folgte eine Mordserie: Am koptischen Weihnachtsfest, dem 6. Januar 2017, wurden Gamal Sami, 60 Jahre alt, und seine Frau Nadia, 48, in der Ortschaft Minufiyah die Kehlen aufgeschlitzt. Innerhalb von zwei Wochen wurde vier weiteren Kopten die Kehle durchtrennt, aus den Wohnungen wurde nichts gestohlen. Auch der Palmsonntag, einer der freudigsten Feiertage für Ägyptens Christen, endete für mehr als 45 koptische Christen tödlich. Sprengsätze richteten in den Kirchen von Tanta und Alexandria am 9. April 2017 ein Blutbad an. Eine IS-Gruppe bekannte sich zu der Mordserie und den Anschlägen und kündigte an, „das Land von den Ungläubigen reinigen und ihre Kirchen in die Luft sprengen“ zu wollen. Erst jüngst, im November 2017, hat der IS diese Drohung erneuert.

Das Schreckensreich am Bosporus

Auch in der Türkei findet eine latente, zermürbende und sehr wirksame Christenverfolgung statt. Herausragendes Beispiel dafür ist das Kloster Mor Gabriel, wo seit dem 7. Jahrhundert durchgehend aramäische Mönchen beten, arbeiten und wohnen. Ständig sehen sich die Mönche des Heiligen Gabriel, denn „Mor“ bedeutet „heilig“, Enteignungen und Entrechtungen ausgesetzt, die von Nachbarn oder Behörden angezettelt und von Gerichten zumeist nicht verfolgt oder sogar offen gebilligt werden. Zum religiösen Hintergrund: Die Aramäer hatten kein Reformation, und sie leben auch in Syrien und siedelten einst etwas weiter südlich, in Judäa. Jesus betete das Vaterunser auf aramäisch, als er unter uns, bei den Menschen, weilte. Die Aramäer sind die letzten überlebenden Urchristen. Die Türken haben weit mehr als eine halbe Million von ihnen vertrieben, allein in Deutschland leben an die 100.000 Aramäer.

Nur 2.000 dieser Urchristen können heute noch in der Türkei überleben, unter großem Druck, ständig von Entrechtung und staatlicher Willkür bedroht. Das ist eine niederschmetternd geringe Zahl. Zum geschichtlichen Hintergrund: die Selcuken, von denen die heutigen Türken abstammen, sind mehr als drei Jahrhunderte nach der Gründung des Kloster Mor Gabriel aus Zentralasien, dem Gebiet des heutigen Turkmenistan, in das urchristliche Kleinasien eingewandert und es haben es Stück für Stück blutig erobert – zulasten des oströmischen Kaiserreiches, dessen Hauptstadt Konstantinopel war. Sie drangen immer weiter vor, bis sie schließlich im Jahre 1453 auch die Metropole des östlichen Christentums eroberten und die Kirchen, allen voran die Hagia Sophia, entweihten. Doch haben die türkischen Machthaber sich seitdem in Richtung einer toleranten, menschenfreundlichen Haltung bewegt? Immerhin haben sie die griechische Zivilisation und die christliche Kultur der Nächstenliebe in Kleinasien ausgiebig studieren können – das allein schon berechtigt zu dieser Frage.

Hat die Botschaft von der Liebe Gottes also die neuen Machthaber am Bosporus erreicht? Der Völkermord der Türken an den Armeniern, der um 1895 begann und 1915/1916 seinen entsetzlichen Höhepunkt erreichte, spricht nicht dafür. Auch die schweren Verfolgungen der Pontos-Griechen, die rund um Smyrna bis 1922 die Bevölkerungsmehrheit im westlichen Kleinasien bildeten und die von dort blutig vertrieben wurden, sprechen dagegen. Die aktuellen Verfolgungen der Aramäer und die hartnäckige Leugnung des Völkermords an den Armeniern lassen auch die heutige Türkei im Licht eines radikal-muslimischen, die Christen mit Feuer und Schwert verfolgenden Landes dastehen. Alle gegenteiligen Beteuerungen, die unter anderem die Touristen beschwichtigen sollen, sind Taqiyya – die nach dem muslimischen Gesetz ausdrücklich erlaubte „Täuschung der Ungläubigen“.

Mitten in Berlin – der Breitscheidplatz

Geht es aber nur um muslimisch dominierte Länder? Mitnichten. Weltweit sind Christen vom Terror direkt oder mittelbar bedroht. Wer an die Geburt Jesu durch Maria glaubt, sieht sich wachsender terroristischer Bedrohung ausgesetzt, die von islamischen Gruppierungen als eine Art des asymmetrischen Krieges betrieben wird. In fast allen Ländern der Welt sind Attentate exakt desewegen zu befürchten. Die IS-Anschläge in Frankreich, Belgien, Spanien, Schweden, Großbritannien und jüngst auch in den USA sind im kollektiven Gedächtnis verankert. Und hierzulande wurde am 19. Dezember eines fatalen IS-Terroranschlags gedacht, mitten in Berlin, auf den Weihnachtsmarkt rund um die Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz. Zu alledem kommen Christenverfolgungen in China und Venezuela, wo der atheistische Kommunismus Pate steht, sowie in Indien, wo sich radikalisierte Hindus und der per se blutrünstige Islam zur Christenverfolgung verschworen haben. Die äußerst ernüchternde Bilanz: lediglich in den ländlichen Gebiete Europas und der USA, dazu in größeren Teilen Ozeaniens und Kanadas sowie in Teilen Südamerikas werden Christen höchstwahrscheinlich sicher Weihnachten feiern können.

Millionen verfolgter Christen aus aller Welt bitten seit Jahren Regierungen und Kirchen der christlich orientierten Länder um Hilfe. Die Christen sehen, wie der – zumeist doch christliche! – Westen Milliardengeschäfte mit ihren Regierungen macht, von denen sie ihrerseits unterdrückt und verfolgt werden. Gleichzeitig nimmt die Christenverfolgung deutlich, mancherorts drastisch zu. Diese Diskrepanz ist schwer auszuhalten, zumal an Weihnachten in den letzten Jahren traurige Höhepunkte dieser Verfolgung mit tödlichen Anschlägen zu verzeichnen waren. Am 10. Januar wird der aktualisierte Weltverfolgungsindex von Open Doors veröffentlicht werden, dort wird dies ebenso dokumentiert sein wie die schon beschriebene Situation der insgesamt etwa 650 Millionen Christen in den 50 Ländern mit der stärksten Christenverfolgung.

Starkes Vorbild im Namen Jesu Christi

Es ist weltweit zu beobachten, dass sich die Christen in den Ländern, in denen sie verfolgt werden, bemerkenswerterweise nicht mit Gewalt wehren, sondern sich im Gegenteil am Leben und den Worten von Jesus ausrichten: „Liebe deinen Nächsten.“ Nicht nur in den Kirchengemeinden in Ägypten, die Attentaten betroffen waren, wurden in den Tagen darauf Bittgottesdienste gefeiert, in denen ausdrücklich für die Attentäter gebetet wurde, damit diese von ihren Sünden erlöst werden. Auch aus Nigeria und Pakistan sind solche Gottesdienste bekannt, ja, sie sind in der ganzen christlichen Welt gute Übung, nach dem Vorbild Jesu Christi. Gerade in den westlichen Ländern, die sich so christlich geben, in Wirklichkeit aber eher den hemmungslosen Konsum als die Botschaft der Bibel praktizieren, wenn es um Advent und Weihnacht geht, sollte dies mehr Gehör finden. Und Respekt! Denn diese Dimension der direkt gelebten christlichen Botschaft, die in Ländern mit Christenverfolgung berichtet wird, kann uns wohl schamvoll verstummen lassen! Sie ist ein starkes, ein schlechterdings nicht zu widerlegendes Argument dafür, dass das Christentum weltweit menschenliebend, defensiv eingestellt und um Vergebung selbst für seine Mörder bemüht ist – wodurch im Gegenzug die weltweit dokumentierbare Aggressivität des Islam evident wird und umso unzweifelhafter hervortritt.

Die Botschaft des Kindes in der Krippe, in dem sich Gott aus Liebe den Menschen gibt, wird all dies überwinden. Das ist die Botschaft des Evangeliums. Aber der Blutzoll, der schon immer schrecklich hoch war, wird weiter steigen. Überall, wo der wörtlich interpretierte Koran die Menschen leitet, müssen Christen an Weihnachten um Leib und Leben fürchten. Gott, der sich aus Liebe zu jedem einzelnen Menschen als Kind in der Krippe selbst hingibt, stehe uns bei – an Weihnachten noch mehr als sonst!

Nachtrag am 29. Dezember 2017: Neun Tote in Ägypten. Ein radikaler Moslem hat zunächst ein Geschäft, das christlichen Äygyptern gehörte, angegriffen und das Eigentümerehepaar getötet. Danach hat er versucht, in eine nahe koptische Kirche einzudringen, in der der örtliche Bischof soeben eine Messe las. Sieben Menschen starben. Die zum Zeitpunkt des Anschlags verschlossene Kirchentür verhinderte ein Blutbad wie jüngst auf dem nördlichen Sinai, wo in einer Moschee rund 300 Menschen ihr Leben lassen mussten. Der Islamische Staat hat sich selbst der Bluttat bezichtigt. Diesen Organisation, die Terror verbreitet, fordert ein Leben in der buchstabengertreuen Auslegung des Koran. Dazu gehört auch das Töten Andersgläubiger.

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