Quote würde zu riesiger Halde mit E-Autos führen

Das Interesse an E-Autos sinkt, trotz gigantischer Propaganda. Die von der SPD geforderte Quote würde dazu führen, dass Hunderttausende Autos produziert werden, aber unverkäuflich herumstehen.

Nach den Vorstellungen der SPD sollen künftig Autofirmen gezwungen werden, einen bestimmten Prozentsatz Elektroautos zu produzieren. Wie hoch der Prozentsatz sein soll, wird nicht gesagt.

0,33% der Neuzulassungen sind Elektrofahrzeuge

Vergangenes Jahr wurden laut offiziellen Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes 3,4 Millionen Pkw in Deutschland neu zugelassen. Das waren 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Darunter waren 11.410 Elektrofahrzeuge – das waren 7,7% weniger als im Vorjahr. Trotz Zuschüssen aus der Staatskasse! Damit waren also 0,33 Prozent aller neu zugelassenen KfZ die von der Politik so geliebten und mit Steuermitteln subventionierten Elektroautos.

Nehmen wir an, der Gesetzgeber beschließt eine „moderate“ Quote von nur zehn Prozent Elektroautos. Was geschieht dann mit diesen Autos, wenn es künftig nicht mehr Käufer gibt? Wenn jedes zehnte Auto ein E-Auto ist, aber nur ein Prozent der Autokäufer eines kauft (das wären bereits drei Mal mehr wie im Jahr 2016!): Was geschieht dann mit den 9 Prozent Autos, für die es keinen Käufer gibt? Liegen diese alle auf Halde in Wolfsburg und anderswo? In der Konsequenz müssten Käufer gezwungen werden, die Autos zu erwerben oder die Hersteller müssten sie mit Verlust verramschen.

Oder man müsste die Quote so niedrig ansetzen (z.B. bei 1 Prozent), dass es lächerlich ist und offensichtlich nichts bringt. Es ist wohl kein Zufall, dass Schulz und Hendricks von der SPD zwar eine Quote fordern, aber nicht sagen, wie hoch diese Quote sein soll. Das Bundesumweltamt, das ebenfalls eine Quote fordert, nennt eine Zahl von „unter 10 Prozent“.

Zustimmung zum Elektroauto sinkt

Laut einer aktuellen Umfrage des Allensbacher Institutes ist die ohnehin geringe Zustimmung zum Elektroauto sogar noch erheblich gesunken – und dies trotz täglicher Propaganda aus allen Kanälen. Vor neun Jahren fragte das Institut das erste Mal, ob man erwäge, ein Elektroauto zu kaufen, wenn „so ein Elektroauto so weit wie ein herkömmlicher Wagen fahren könnte, ehe es wieder aufgeladen werden muss, und wenn es an jeder Tankstelle Schnellladestationen für Elektroautos geben würde?“ Bekanntlich ist beides nicht der Fall. Der Anteil der Deutschen, die sich vorstellen können, ein Elektroauto zu kaufen, wenn diese Probleme irgendwann einmal gelöst sein sollten, ist seit 2008 um neun Prozentpunkte gesunken. Dabei hat die Debatte über mögliche Nachteile des Elektroautos für die Umwelt gerade erst begonnen.

Merkel ist aufgeschlossen für die Quote

Merkel musste deshalb ihr utopisches Ziel, dass bis 2020 eine Million Deutsche ein Elektroauto gekauft haben, bereits zähneknirschend revidieren, weil die Deutschen einfach nicht mitziehen wollen. Kein Wunder, dass Merkel, enttäuscht von der mangelnden grünen Begeisterung der unwilligen Käufer, gestern durch ihren Regierungssprecher erklären ließ, die Idee von Schulz mit einer Quote sei grundsätzlich positiv zu bewerten.

Regierungssprecher Seibert meinte zum Vorschlag von Schulz, dieser sei „erst einmal willkommen“. In diesem Zusammenhang verwies er noch einmal auf das Ziel von einer Million Elektroautos im Jahr 2020 (dieser Hinweis war eine offensichtliche Fehlleistung, denn Merkel selbst hat das Ziel ja inzwischen zurückgenommen, weil es ganz offensichtlich nicht zu erreichen ist).

Merkel agiert also wie gewohnt: Sie „beobachtet“ stets zunächst, wohin sich eine politische Diskussion bewegt, und da sie sich meist nach links bewegt, setzt Merkel dann früher oder später alles um, was SPD und Grüne fordern (Mindestlohn, Mietpreisbremse, Atomausstieg, Frauenquote – und demnächst die Quote für Elektroautos). Und für planwirtschaftliche Modelle ist sie ohnehin sehr aufgeschlossen, wie die „Energiewende“ belegt.

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Zitelmann

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