"Mein Geduldsfaden ist etwas dünner geworden"

“Mein Geduldsfaden ist etwas dünner geworden. Da ist dieses Frustgefühl wegen der Asylbewerber, die zu uns gekommen sind, die hier jetzt in Sicherheit leben und vom Staat, von uns allen, unterstützt werden und die dann Straftaten begehen, sich respektlos verhalten, Frauen unterdrücken, Betreuer angreifen und sich Hilfsangeboten verweigern. Das geht nicht,” schreibt Dunja Hayali auf Facebook.

Big_f3eadff5a0
Zwischen Irrsinn und Vernunft

“Ein Mann läuft mit einem Messer durch einen Supermarkt und sticht auf Leute ein. Ein Schock. Und sofort fragt man sich: Terrorist? Islamist? Asylbewerber? Kaum Zeit, durchzuatmen, schon die nächste Horrormeldung: Ein Mann schießt mit einer Maschinenpistole in einer Disco um sich. Und sofort wieder der Reflex: Terrorist? Islamist? Asylbewerber? Und gleichzeitig denke ich: Bitte lass es kein Flüchtling sein. Bitte lass es kein Muslim sein. Dieses Ohnmachtsgefühl, dass Hilfsbereitschaft mit Mordanschlägen quittiert wird, ist schwer zu ertragen.

Und sofort schäme ich mich dafür, denn für die Opfer und Angehörigen macht es doch überhaupt keinen Unterschied, wer die Tat begangen hat.

Man sucht sofort nach einem inneren Ausweg: In Hamburg war es ein abgelehnter Asylbewerber, eventuell labil, eventuell mit Drogenproblemen, der wegen fehlender Papiere nicht abgeschoben werden konnte. In Konstanz war es offenbar eine Beziehungstat. Das Zufällige ist das Erschreckende, das Beiläufige. Man wird erschossen, während man fröhlich feiert. Man wird beim Einkaufen erstochen. Einfach so. Es muss für die betroffenen Familien unerträglich sein zu wissen, dass es für den Täter völlig egal war, wer stirbt. Ihnen gilt mein tiefes Mitgefühl.

Mein Geduldsfaden ist etwas dünner geworden. Da ist dieses Frustgefühl wegen der Asylbewerber, die zu uns gekommen sind, die hier jetzt in Sicherheit leben und vom Staat, von uns allen, unterstützt werden und die dann Straftaten begehen, sich respektlos verhalten, Frauen unterdrücken, Betreuer angreifen und sich Hilfsangeboten verweigern. Das geht nicht.

Da ist aber auch dieses Unverständnis, dass die Behörden offenbar wenig Plan haben, was mit denen geschehen soll, die sich hier nicht mehr aufhalten dürften, die auch noch als gefährlich eingestuft sind. Zwei Jahre nach dem “Wir schaffen das” ist das Unsicherheitsgefühl eher größer als kleiner geworden. Das geht auch nicht.

Aber bei allem Frust, bei aller Wut, Differenzierung tut weiterhin Not! Hier werden doch keine Religionskriege geführt. Es geht nicht um Christen gegen Muslime gegen Juden gegen Buddhisten gegen Hinduisten. Der Riss läuft entlang der Linie zwischen denjenigen, die friedlich und respektvoll als Gemeinschaft zusammenleben wollen unabhängig von Herkunft und Religion und denen, die eine solche offene Gesellschaft nicht wollen. Davon gibt es auch bei den „Biodeutschen“ mehr als genug. Die Kommentare im Netz zu den jeweiligen Taten sind zum Teil erschreckend unterirdisch. Grauenhaft. Entlarvend. Ja, Meinungsfreiheit ist ein Recht, aber kein Alibi!

Und so anstrengend und aufwändig das ist: Jeder Fall liegt anders, jeder Täter muss einzeln betrachtet werden, jede Tat hat ihre eigenen Umstände und muss genau untersucht werden. Dafür leben wir in einem Rechtsstaat.

Beruhigend ist: Immer noch sind die Vernünftigen, die Klugen und Besonnenen hierzulande deutlich in der Mehrzahl. Es sind die, die zwischen Gut und Böse auch die Graubereiche gelten lassen. Damit sich die Vernunft weiterhin durchsetzen kann, ist jedoch vernünftiges Handeln entscheidend. Vor allem von den Behörden: schneller prüfen, schneller abschieben, aber auch schneller Optionen für diejenigen schaffen, die ein Anrecht haben, zu bleiben. Wir sind leider noch lange nicht durch.

dh"

Der Text wurde von der Facebook-Seite übernommen. Zur Quelle kommen Sie hier

Mehr aus der Debatte

Die globale Flüchtlingskrise

Medium_683da35d86

Die epidemisch sich ausbreitende Kriminalität

Im ersten Halbjahr 2017 stieg die Zahl der Sexualdelikte im eigentlich sehr sicheren Bayern – verglichen mit dem Vorhalbjahr – um 48 Prozent. Die Zahl der durch Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge begangenen Sexualstraftaten um 91 Prozent. In Niedersachsen stieg die Gesamtkriminalität seit 2015 um 10,4 Prozent, ein Anstieg, der sich zu 91 Prozent auf Zuwanderer zurückführen lässt.

Medium_c210dacc01

Mit Nazi-Methoden hat Altersbestimmung nichts zu tun

Für die entscheidende Frage, ob jemand erwachsen ist oder nicht, liegen sehr zuverlässige Indikatoren vor. Die Streuweite geht von 18 Jahren an nach oben. Kann sein, jemand ist 19 oder 26, aber 15 oder 19, das ist ein himmelweiter Unterschied, den man an der Verknöcherung der Hand erkennt.

Medium_87c3463ca7

Nur mit Markt ist kein Staat zu machen

Nur mit Markt ist kein Staat zu machen. Wir müssen uns einsetzen, für die Schwächeren in unserer Gesellschaft. Das gilt für Deutschland wie für Europa. Die EU ist eine Solidargemeinschaft – das wollen heute einige gerne vergessen. Doch Solidarität ist keine Einbahnstraße. Das gilt auch in der Frage nach Verteilung der Flüchtlinge.

comments powered by Disqus